Lexikon

In unserem Lexikon finden Sie verschiedene Begriffsbestimmungen im Zusammenhang mit Biodiesel. Die SBE BioEnergie Handelsgesellschaft mbH übernimmt für die angegebenen Daten keine Haftung.

Additive sind chemische Zusätze, die in Mineralölprodukten und Methylestern (Biodiesel)  bestimmte Eigenschaften fördern oder hervorrufen sollen. Beispiele: Verlangsamung der Alterung bei Heiz- und Schmierölen sowie Biodiesel (s. Oxidationsstabilität), Verhinderung von Korrosion, Auflösen von Schlamm, Verbesserung der Verbrennung und des Kälteverhaltens (s. auch CFPP). Beim Einsatz von Additiven sind Nebenwirkungen nicht auszuschließen (siehe Öladditive).

Biodiesel nach DIN EN 14214, der im Rahmen des Qualitätssicherungssystems der AGQM erzeugt bzw. in Verkehr gebracht wird. Es gilt eine anspruchsvolle Dokumentations- und Nachweispflicht und für einige Normparameter werden strengere Anforderungen verlangt als in der DIN EN 14214 vorgegeben sind.
Wir verweisen an dieser Stelle auf die Homepage der AGQM (www.agqm-biodiesel.de). Z.B. finden Sie dort auch folgende Merkblätter:

  • Merkblatt für den Umgang mit Biodiesel in Eigenverbrauchstankstellen
  • Merkblatt für den Umgang mit Biodiesel in Tankstellen
  • Merkblatt zum Transport von Biodiesel

Das Sachgebiet Biokraftstoffquote (Biokraftstoffquotenstelle) beim Hauptzollamt Frankfurt (Oder) mit Dienstsitz in Cottbus ist bundesweit für die Berechnung und Überwachung der Biokraftstoffquote zuständig.

Die in einem Kalenderjahr in Verkehr gebrachten Mengen Biokraftstoffe sind bis zum 15. April des Folgejahres mittels einer Jahresquotenanmeldung gegenüber dem Sachgebiet Biokraftstoffquote des Hauptzollamtes Frankfurt (Oder) mit Dienstsitz in Cottbus (Biokraftstoffquotenstelle) zu erklären.

Erfüllt ein Verpflichteter seine Verpflichtung nicht, setzt die Biokraftstoffquotenstelle für die Fehlmenge Biokraftstoff eine Abgabe fest. Dagegen kann eine den Mindestanteil übersteigende Menge – unter bestimmtenVoraussetzungen – für das Folgejahr gutgeschrieben werden (Übererfüllung).

AME ist eine häufig benutzte Abkürzung für Fettsäuremethylster, der aus Recyclingfetten oder ?ölen hergestellt wird. Je nach Art der Rohstoffe und deren Anlagentechnologie können solche Produkte die Anforderungen der DIN EN 14214 erfüllen. Probleme bei einem hohen Anteil von Recyclingfetten im Rohstoff bereiten typischerweise die Parameter CFPP (Kältefestigkeit) und Gesamtverschmutzung.

Analysen- bzw. Werkszertifikate sind Analysenberichte des Biodiesel-Herstellers, der die gemessenen Eigenschaften der aktuellen Charge im Hinblick auf die Einhaltung der Anforderungen der DIN EN 14214 beschreibt.Qualifizierte Analysen- bzw. Werkszertifikate geben zumindest indirekt auch darüber Auskunft, ob es sich um RME oder eine FAME-Mischung handelt und ob beispielsweise Oxidationsstabilisatoren enthalten sind.

Alle drei Grenzwerte geben mehr oder weniger an, wie viel anorganische Materialien im Biodiesel enthalten sind. Der Gehalt an Anorganik wirkt sich insbesondere auf die Funktion der Einspritzventile aus, weil auf Grund des hohen Kompressionsdruckes im Motor schon kleine anorganische Ablagerungen zum Blockieren der Ventile führen können.

Biodiesel ist ein Naturprodukt, das durch einen Umesterungsprozess aus Pflanzenöl hergestellt wird. Altspeiseöle und tierische Fette können ebenfalls verwendet werden.

Biodiesel hat die Wassergefährdungsklasse 1 – das heißt, er ist biologisch abbaubar.

Biodiesel, dessen internationale Bezeichnung ‚Fatty Acid Methyl Ester‘ ( FAME = Fettsäuremethylester) ist, hat sich dank der Biodieselnorm und des steigenden Qualitätsmanagements als streng geprüftes Qualitätsprodukt etabliert. Biodiesel ist ein allgemeiner Gattungsbegriff, der sich auf Fettsäuremethylester zum Zweck des Einsatzes als Kraftstoff bezieht. In Deutschland darf dieser Begriff durch dessen Definition in der 10. BlmSchV (Zehnte Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes – Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraftstoffen) nur für die Kraftstoffe verwendet werden, die der DIN EN 14214 Stand November 2003 entsprechen. Pflanzenöle oder deren Gemische mit fossilen Kraftstoffen oder anderen organischen Komponenten sind kein Biodiesel.

Biodiesel

  • reduziert den CO2-Ausstoß um 2,2 kg/l
  • enthält keinen Schwefel
  • fügt der Umwelt keine Schäden zu
  • wird biologisch schnell abgebaut
  • ist kein Gefahrengut
  • kann mit herkömmlichem Diesel problemlos gemischt werden
  • kann in freigegebenen Dieselfahrzeugen zu 100 % eingesetzt werden
  • ist bis minus 20 Grad Celsius wintertauglich
  • fördert durch eine hohe Eigenschmierfähigkeit eine längere Lebensdauer des Motors
  • reduziert den Verschleiß von Einspritzpumpe und Motor

Biokraft- und Bioheizstoffe im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) und des Energiesteuergesetzes (EnergieStG) sind Energieerzeugnisse ausschließlich aus Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung vom 21. Juni 2001 (BGBl. I S. 1234) in der jeweils geltenden Fassung.
Energieerzeugnisse, die anteilig aus Biomasse hergestellt werden, gelten in Höhe dieses Anteils als Biokraft- oder Bioheizstoff

Biokraftstoffe können ab dem 01.01.2011 nur noch auf die Erfüllung der Quotenverpflichtung angerechnet oder von der Energiesteuer entlastet werden, wenn sie den Anforderungen der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) entsprechen.

Folgende Stoffe gelten in vollem Umfang als Biokraftstoffe, wenn sie zusätzlich die nachstehenden Voraussetzungen erfüllen:

  • Fettsäuremethylester ( FAME , Biodiesel ), durch Veresterung von pflanzlichen oder tierischen Ölen oder Fetten hergestellt werden, die selbst Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung sind und deren Eigenschaften mindestens den Anforderungen der DIN EN 14214 (Stand: November 2010) entsprechen,
  • Bioethanol, wenn es sich um Ethylalkohol ex Unterposition 2207 1000 der Kombinierten Nomenklatur (unvergällt) handelt, dessen Eigenschaften mindestens den Anforderungen der DIN EN 15376 (Ausgabe März 2008) entsprechen
  • Pflanzenöl, wenn seine Eigenschaften mindestens den Anforderungen der Vornorm DIN V 51605 (Stand: Juli 2006) entsprechen
  • Biomethan (Biogas; als Zumischung zu Erdgaskraftstoff), wenn es den Anforderungen für Erdgas nach §6 der Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraftstoffen in der jeweils geltenden Fassung entspricht.

Die Biokraftstoffquote bezeichnet den wachsenden Mindestanteil an Biokraftstoffen, der in Bezug auf die jährliche Gesamtabsatzmenge fossiler Otto- und Dieselkraftstoffe zuzüglich des Biokraftstoffanteils in Verkehr zu bringen ist.

Zweck der zum 01.01.2007 in Kraft getretenen Quotenpflicht ist:

  • den weiteren Ausbau der Biokraftstoffe auf eine tragfähige Basis zu stellen
  • die mit der Förderung der Biokraftstoffe verfolgten energie- und umweltpolitischen Ziele, Versorgungssicherheit und Klimaschutz, zu sichern
  • durch den weitgehenden Ersatz der Steuerbegünstigung der Biokraftstoffe durch eine unternehmensbezogene Quotenpflicht einen Beitrag zum Subventionsabbau und Konsolidierung des Bundeshaushaltes zu leisten
  • den Zielen der Richtlinie 2003/30/EG der Europäischen Union Rechnung zu tragen

Das Bundes-Immissionsschutzgesetz verpflichtet die Mineralölwirtschaft, einen wachsenden Mindestanteil von Biokraftstoffen, bezogen auf die jährliche Gesamtabsatzmenge eines Unternehmens an Otto- und Dieselkraftstoff (einschließlich des Biokraftstoffanteils), in Verkehr zu bringen (Biokraftstoffquote).

Die jährliche Gesamtabsatzmenge ist die in einem Jahr in Verkehr gebrachte Menge Dieselkraftstoff zuzüglich der in Verkehr gebrachten Menge Ottokraftstoff zuzüglich der diese Kraftstoffe jeweils ersetzende Biokraftstoff.

Die Quotenverpflichtung kann erfüllt werden durch

  • das betroffene Unternehmen selbst oder
  • einen sich dazu verpflichtenden Dritten (Übertragung der Quote)

in dem entweder der Mindestanteil Biokraftstoff dem fossilen Otto- oder Dieselkraftstoff beigemischt oder eine dem Mindestanteil entsprechende Menge reinen Biokraftstoffs in Verkehr gebracht wird. Die Biokraftstoffeigenschaft ist durch die Vorlage von Herstellererklärungen oder Analysezertifikaten nachzuweisen (Nachweise).

Für Biokraftstoffe, die nach dem 01.01.2011 in Verkehr gebracht werden, ist neben der Biokrafststoffeigenschaft auch die Erfüllung der Nachhaltigkeitsanforderungen im Sinne der Biokraftstoff-Nachhaltigkeitsverordnung (Biokraft-NachV) zu belegen.

Erfüllt ein Verpflichteter die in §37a Abs. 3 BImSchG geforderte Quote nicht, wird durch die Biokraftstoffquotenstelle für die Fehlmenge an Biokraftstoff eine Abgabe festgesetzt. Dagegen kann eine den Mindestanteil übersteigende Menge – unter bestimmten Voraussetzungen – für das Folgejahr gutgeschrieben werden (Übererfüllung).

Die in einem Kalenderjahr in Verkehr gebrachten Kraftstoffmengen sind bis zum 15. April des Folgejahres mittels einer Jahresquotenanmeldung gegenüber dem Arbeitsbereich Biokraftstoffquote des Hauptzollamtes Frnakfurt (Oder) mit Dienstsitz in Cottbus (Biokrafststoffquotenstelle) zu erklären.

Der Arbeitsbereich Biokraftstoffquote (Biokraftstoffquotenstelle) beim Hauptzollamt Frankfurt (Oder) mit DIenstsitz in Cottbus ist bundesweit für die Berechnung und Überwachung der Biokraftstoffquote zuständig.

Die Biokraftstoffquotenstelle ist wie folgt zu erreichen:

Hauptzollamt Frankfurt (Oder)
Arbeitsbereich Biokraftstoffquote

Postanschrift:
Postfach 10 14 15
03014 Cottbus

Hausanschrift:
Drachhausener Straße 72
03044 Cottbus

Telefon: 0355/8769-0
Telefax: 0355/8769-111
E-Mail: poststelle@hzacb.bfinv.de

Cetanzahl ist ein Maß für die Zündwilligkeit von Dieselkraftsoff. Das Cetan ist ein langkettiger Kohlenwasserstoff mit 16 Kohlenstoffatomen und zündet unter dem Einfluss von hohen Temperaturen und hohem Druck besonders gut, ohne dabei eine Zündflamme oder einen Funken zu benötigen. Er ist daher der ideale Treibstoff für Dieselmotoren. Als Referenzkraftstoff wurde ihm die Cetanzahl von 100 zugeordnet. Je höher die Cetanzahl eines Dieselmotorkraftstoffes ist, umso besser laufen Zündung und Verbrennung ab und umso weicher und runder läuft der Motor. Handelsübliche Dieselkraftstoffe weisen eine Cetanzahl von 50 bis 52 auf, durch Zusatz von Zündbeschleunigern werden Werte von 53 bis 54 erreicht. Biodiesel ist hier von Natur aus im Vorteil. Seine Hauptbestandteile ähneln dem Cetan und so besitzt dieser Kraftstoff bereits von Natur aus eine Cetanzahl von 56 bis 58, erfüllt also mühelos, auch ohne Zusatz von Additiven, die Forderung der Motorenhersteller nach qualitativ hochwertigen Treibstoffen mit guter Zündwilligkeit.

Quelle: UFOP

Eine zentrale Anforderung an Dieselkraftstoff ist die Zündwilligkeit. Da Dieselmotoren im Unterschied zu Ottomotoren keine Zündkerzen besitzen, muss das Luft/Kraftstoff-Gemisch die Verbrennung ohne Zündfunken beginnen. Diese Eigenschaft des Dieselkraftstoffs wird ähnlich wie bei Ottokraftstoff in einem Testmotor untersucht. Der Vergleich der Zündwilligkeit mit Referenzkraftstoffen ergibt dann die sog. Cetanzahl.

Der Cloud Point (Trübungspunkt) gibt an, bei welcher Temperatur feste Ausscheidungen (Paraffin) sichtbar wird.

Der CFPP ist ein Maß dafür, bis zu welcher Temperatur der Biodiesel noch störungsfrei fließt und filtergängig ist. Der Biodiesel hat größere Moleküle, die bei sehr kalten Temperaturen als erstes beginnen auszufällen. Diese Moleküle blockieren dann den Kraftstoffilter. Um den Biodiesel im harten Winter auch nutzbar zu machen, wird in der Zeit vom 15.11. bis 01.03. ein Winteradditiv hinzugegeben, das einen CFPP von -10 °C (Frühjahr, Herbst) bzw. -20 °C (Winter) garantiert. Der CFPP für Biodiesel wird in Anlehnung an den für Mineralöldiesel eingestellt, d.h. Biodiesel ist genauso winterstabil, wie der Mineralöldiesel.

Bei Kraftstoffen ohne Kälteschutzadditive liegt der CFPP nur wenig unter dem Cloud Point, d.h. der beginnenden Paraffinausscheidung. Kälteschutzadditive verkleinern die Paraffinkristalle derart, dass CFPP-Werte je nach Art und Menge der Additive mehr als 20 °C unter den Cloud Point abgesenkt werden können. CFPP-Werte bis zu etwa 15 °C unterhalb des Cloud Points können alleine durch Fließverbesserer erreicht werden. Weitergehende Absenkungen sind durch die Kombination von Fließverbesserer und Additiven möglich.

Die Anforderungsnorm an Biodiesel nach DIN EN 14214 und Dieselkraftstoff EN 590 verlangt entsprechend den Umgebungstemperaturen unterschiedliche Kältefestigkeit, ausgedrückt durch den CFPP. Für Deutschland wurden daraus folgende Werte ausgewählt:

  • Winter 16.11. bis 28.(29.)02. max. -20 °C
  • Frühjahr 01.03. bis  14.04. max. -10 °C
  • Sommer 15.04. bis 30.09. max. +/- 0 °C
  • Herbst 01.10. bis 15.11. max. -10 °C

Die DIN EN 14214 beschreibt die Qualitäts-Mindestanforderungen an Biodiesel (FAME). Damit hat der Verbraucher die Sicherheit, dass der Biodiesel, als Reinkraftstoff oder im Dieselkraftstoff, den vorgegebenen Qualitätsstandards entspricht.

Nach dem derzeit gültigen deutschen Recht muss Biodiesel mindestens den Anforderungen der DIN EN 14214 (Stand November 2003) entsprechen.

Stand: Juli 2010

fossiler Diesel 35,87MJ/l
fossiler Ottokraftstoff 32,48MJ/l
Biodiesel 32,65MJ/l
Pflanzenöl 34,59MJ/l
hydriertes Pflanzenöl 34,39MJ/l
Bioethanol 21,06MJ/l
Biomass to Liquid 33,45MJ/l
hydriertes Pflanzenöl 34,39MJ/l

Die Energiesteuer-Richtlinie der EU 2003/96/EWG vom 27.10.2003 gab den Mitgliedsstaaten eine Überarbeitung der Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom vor. Die Umsetzung der Richtlinie in nationales Recht erforderte eine grundlegende Überarbeitung des Mineralölsteuerrechts. Zum 01.08.2006 wurde daher das Mineralölsteuergesetz durch das Energiesteuergesetz abgelöst.

Die Einzelheiten der steuerlichen Begünstigungen und Regelungen sind in der zum 04.08.2006 in Kraft getretenen Energiesteuer-Durchführungsverordnung (EnergieStV) definiert. Am 18.06.2009 hat der Deutsche Bundestag dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung der Förderung von Biokraftstoffen zum 01.12.2008 zugestimmt. Eine weitere Änderung der Besteuerung von Biodiesel und Pflanzenöl wurde in Artikel 13 des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes festgelegt. Aus den beiden Gesetzen resultieren folgende Änderungen des Energiesteuergesetzes.

In der folgenden Übersicht ist die Energiesteuer auf reine Biokraftsstoffe bis zum Jahr 2013 dargestellt:

Jahr Biodiesel Cent/l Pflanzenöl Cent/l
2010 18,60 18,50
2011 18,60 18,50
2012 18,60 18,50
2013 45,03 45,03

Seit 2013 gilt unverändert der Energiesteuersatz von 45,03 Cent/Liter für Biodiesel und Pflanzenöl.

Die Quotenpflicht kann durch

  • die Beimischung von Biokraftstoffen zu Diesel- oder Ottokraftstoff,
  • die Zumischung von Biomethan zu Erdgaskraftstoff, sofern das Biomethan die Anforderungen für Erdgas nach § 6 der Verordnung über die Beschaffenheit und die Auszeichnung der Qualitäten von Kraftstoffen in der jeweils geltenden Fassung erfüllt oder
  • durch das Inverkehrbringen reiner Biokraftstoffe

erfüllt werden.

Hinweis:
Es besteht keine Beimischungspflicht! (§ 37a Abs. 4 Satz 1 BImSchG)

Darüber hinaus besteht dieMöglichkeit, die Erfüllung der Quotenpflicht per Vertrag (schriftlich) aufDritte zu übertragen. (§ 37a Abs. 4 BImSchG)

Nicht auf die Quotenerfüllung angerechnet werden

  • Biokraftstoffe, für die eine Steuerentlastung nach § 50 EnergieStG in Anspruch genommen wurde
    (Ausnahmen: besonders förderungswürdige Biokraftstoffe nach § 50 Abs. 5 Nrn. 1 und 2 EnergieStG)
  • Biokraftstoffe, die ab dem 1. Januar 2011 in den Verkehr gebracht wurden und für die keine Nachhaltigkeitsnachweise bzw. Nachhaltigkeits-Teilnachweise nach der Biokraft-NachV oder der BioSt-NachV vorgelegt werden können.
  • biogene Öle, die in einem raffinerietechnischen Verfahren gemeinsam mit mineralölstämmigen Ölen hydriert wurden
  • Energieerzeugnisse mit einem Bioethanolanteil von weniger als 70 Volumenprozent, denen Bioethanol enthaltende Waren der Unterposition 3824 9099 der Kombinierten Nomenklatur zugesetzt wurden (so genanntes Downblending von E85)
  • Biokraftstoffe, die in begünstigten Anlagen nach § 3 EnergieStG eingesetzt werden
  • Biokraftstoffe, die bereits zuvor eine anderweitige direkte staatliche Förderung erhalten haben und für die keine Ausgleichs- oder Antidumpingzölle erhoben wurden
  • Biokraftstoffe, für die eine Steuerentlastung nach § 46 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EnergieStG (Verbringen zu gewerblichen Zwecken oder Versandhandel in einen anderen Mitgliedstaat) oder § 47 Abs. 1 Nr. 1 oder Nr. 2 EnergieStG (Aufnahme ins Steuerlager; Dämpferückgewinnung) gewährt wurde

Nichterfüllung

Kommt ein Verpflichteter seinerQuotenverpflichtung nicht nach, setzt die Biokraftstoffquotenstelle für dienach dem Energiegehalt berechnete Fehlmenge an Biokraftstoff eine Abgabe fest(§ 37c Abs. 2 Satz 1 BImSchG). Diese beträgt für Dieselkraftstoffersetzende Biokraftstoffe 19 Euro pro Gigajoule und für Ottokraftstoffersetzende Biokraftstoffe 43 Euro pro Gigajoule(§ 37c Abs. 2 Satz 2 und 3 BImSchG).

Bei Nichterfüllung der Gesamtquote beträgt dieAbgabe 19 Euro pro Gigajoule. Dies gilt jedoch nicht für die Fehlmenge anBiokraftstoff, für die bereits in den Einzelquoten Diesel- und/oderOttokraftstoff eine Abgabe festgesetzt wurde (§ 37c Abs. 2Satz 4 BImSchG).

Übererfüllung

Biokraftstoffmengen, die den vorgeschriebenenMindestanteil für ein bestimmtes Kalenderjahr übersteigen und für die keineSteuerentlastung nach § 50 EnergieStG beantragt wurde, werden aufAntrag auf den Mindestanteil des Folgejahres angerechnet (§ 37a Abs. 4Satz 4 BImSchG).

FAME ist die Kurzbezeichnung für Fatty Acid Methyl Ester (Fettsäuremethylester). Die europäische Norm EN 14214 und die abgeleitete deutsche Norm DIN EN 14214 beschreiben die notwendigen Eigenschaften von ?Fettsäure-Methylestern? (FAME) zur Anwendung dieser Stoffklasse als Kraftstoff für Dieselmotoren. In diesen Normen wird kein direkter Bezug auf die Art der Rohstoffe gegeben, aus denen der entsprechende Fettsäuremethylester herzustellen ist. Grenzwerte für einige Parameter (z. B. Oxidationsstabilität, Jodzahl, Anteil von mehrfach ungesättigten Fettsäuren, Koksrückstand) schränken die mögliche Rohstoffpalette jedoch indirekt ein. Außerdem gibt es z. B. durch Freigaben von Fahrzeugherstellern explizite Beschränkungen in der Art der zugelassenen Rohstoffe.

FAME ist daher der Oberbegriff für alle Arten von Fettsäuremethylestern aus unterschiedlichen Rohstoffen unter Einschluss von Rapsöl(fettsäure)methylester. Unkorrekterweise wird häufig insbesondere im Handelsbereich die Angabe FAME für die Kennzeichnung von Biodiesel verwendet, der kein RME darstellt.

Fettsäuren sind chemisch gebundene Bestandteile von natürlichen Fetten oder Ölen. Fettsäuren können unterschiedliche Kettenlängen aufweisen und Doppelbindungen enthalten. Fettsäuren ohne Doppelbindungen nennt man auch ?gesättigte Fettsäuren?. Im Gegensatz dazu enthalten ungesättigte Fettsäuren mindestens eine Doppelbindung pro Molekül.

Nahrung: ungesättigte Fettsäuren = gute Fettsäuren

Der Flammpunkt muss über 100 °C liegen, um zu vermeiden, das Biodieseltankstellen umfangreichen Sicherungs- und Genehmigungsmaßnahmen (Bestimmungen der Verordnung für brennbare Flüssigkeiten) unterliegen. Da in den Herstelleranlagen Flammpunkte deutlich über 100 °C, in der Regel 160 bis 180 °C, erreicht werden, ist der Flammpunkt kein kritischer Parameter. Der Flammpunkt ist ein Maß dafür, wie viel Rest-Methanol im Biodiesel enthalten ist. Wird der Flammpunkt eingehalten, ist auch der Grenzwert für Methanol nicht überschritten.

Der Grenzwert ist immer wieder kritisch. Insbesondere bei neuen Biodieselherstellern können Probleme auftreten, da der Gehalt an freiem Glycerin sehr von einer gleichmäßigen, ausgereiften Prozessführung abhängt. Ist der Gehalt an freiem Glycerin zu hoch, kann es zu Nachdekantierung in den Tanks kommen.

Ein Maß für die Umsetzung des Pflanzenöls mit dem Methanol zu Biodiesel und für das Unterbinden der Rückreaktion. Kein kritischer Grenzwert für erfahrene Biodieselhersteller.

Der Wert des Gesamtglycerins errechnet sich aus dem Anteil gebundenem Glycerin (alle Glyceride) plus den Anteil freiem Glycerin. Der zulässige Wert des Gesamtglycerin ist kleiner als die Summe der zulässigen einzelnen Grenzwerte für die Glyceride und das freie Glycerin, d.h. werden alle max. Grenzwerte für freies und gebundenes Glycerin erreicht, ist der Biodiesel nicht EN gerecht, weil das Gesamtglycerin überschritten ist.

Die Höhe der zu erfüllenden Quote bezieht sich – wie nachfolgend in der Tabelled argestellt – jeweils auf den Energiegehalt der in Verkehr gebrachten Mengen an Kraftstoff.

Dieselkraftstoff
§ 37a Abs. 3 S. 1
BImSchG
Ottokraftstoff
§ 37a Abs. 3 S. 2
BImSchG
Gesamtquote
§ 37a Abs. 3 S. 3
BImSchG
2007 4,4 % 1,2 %
2008 4,4 % 2,0 %
2009 4,4 % 2,8 % 6,25 %
2010 4,4 % 3,6 % 6,75 %
2011 4,4 % 3,6 % 7,0 %
2012 4,4 % 3,6 % 7,25 %
2013 4,4 % 3,6 % 7,5 %
2014 4,4 % 3,6 % 7,75 %
2015 4,4 % 3,6 % 8,0 %

Bei der Berechnung der Höhe der zu erfüllenden Biokraftstoffquote sind die Einzelquoten für Diesel- oder Ottokraftstoff (Spalten 2 und 3 der Tabelle) von der Gesamtquote (Spalte 4 der Tabelle) zu unterscheiden.

Berechnungsgrundlage für die Einzelquote bei Dieselkraftstoff ist die in Verkehr gebrachte Menge an Dieselkraftstoff zuzüglich der Dieselkraftstoff ersetzenden Biokraftstoffe. Für die Einzelquote bei Ottokraftstoff ist die in Verkehrgebrachte Menge an Ottokraftstoff zuzüglich der Ottokraftstoff ersetzenden Biokraftstoffe maßgebend.

Bei der Berechnung der Gesamtquote hingegen ist die jährliche Gesamtabsatzmenge zugrunde zu legen. Die Berechnungsgrundlage ist damit größer als bei den Einzelquoten.

Bringt ein Quotenverpflichteter ausschließlich Diesel- oder Ottokraftstoff in Verkehr, gilt seit 2009 ebenfalls die Gesamtquote. Dies hat zur Folge, dass seit dem Jahr 2009 anstelle der Einzelquoten von 4,4 Prozent (Dieselkraftstoff) bzw. 2,8 Prozent (Ottokraftstoff) die Gesamtquote von 6,25 Prozent tritt.

Ab dem Jahr 2015 wird die energetische Quote durch eine zu erreichende Treibhausgasminderung ersetzt.

Die Jodzahl ist ein Maß dafür, wie viel ungesättigte Kohlenstoffbindungen in den Fettsäureresten enthalten sind. Jedes Öl hat eine charakteristische Jodzahl. Bei Einsatz von Rapsöl kein kritischer Parameter.

Kohlenstoffdioxid (CO2) ist ein farbloses, nicht brennbares, geruchloses und ungiftiges Gas, das mit ca. 0,03% natürlicher Bestandteil der Erdatmosphäre ist. CO2 ist für langwellige Wärmestrahlen ‚undurchlässig‘ und verhindert so eine gleichgewichtige Abstrahlung der auf die Erde treffenden Sonnenstrahlen. Dadurch werden auf der Erdoberfläche die zum Leben notwendigen Temperaturen eingestellt.
Durch Assimilation wird es zusammen mit Wasser von Pflanzen mit Hilfe der Sonnenenergie bei der Photosynthese in energiereichere Kohlenhydrate überführt, wobei Sauerstoff frei wird. CO2 dient damit als Grundsubstanz zum Aufbau aller organischen Verbindungen.
Von tierischen Organismen werden Kohlenhydrate als energieliefernde Substrate für deren Stoffwechsel aufgenommen, zu CO2 und Wasser abgebaut und durch Atmung an die Außenluft abgegeben bzw. in Biomasse umgewandelt.
Absterbende tierische und pflanzliche Organismen liefern beim aeroben Abbau ebenfalls CO2, das entweder in die Atmosphäre abgegeben oder in Wasser gelöst wird.

CO2-neutraler Brennstoff = Holz
Beim Verbrennen von Holz wird nur soviel CO2 abgegeben, wie zuvor beim Wachsen aufgenommen worden ist (wobei als Nebenprodukt Sauerstoff entsteht). Durch die nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder entsteht also ein Kreislauf, der kein zusätzliches CO2 entstehen lässt. Ist es von Bedeutung, ob das Holz verbrannt wird oder aber verrottet? – Nein, die dabei frei werdende Menge CO2 ist immer die gleiche.

Im Gegensatz zum Holz sind Öl, Gas und Kohle keine CO2-neutralen Brennstoffe.

Der Koksrückstand ist ein Maß dafür, wie gut der Kraftstoff quantitativ verbrannt wird.

Kyoto-Protokoll wurde 1997 auf der dritten internationalen Klimakonferenz in der japanischen Stadt Kyoto verhandelt und verabschiedet. Es ist eine völkerrechtlich verbindliche Vereinbarung, in der sich die jeweiligen Länder zu konkreten Reduzierungen der Treibhausgasemissionen bis 2012 verpflichten. Insgesamt soll zwischen 2008 bis 2012 eine Reduzierung um mind. fünf Prozent gegenüber dem Niveau von 1990 erreicht werden. Da die Staaten unterschiedlich zu den weltweiten Kohlendioxid-Emissionen beitragen, legt das Kyoto-Protokoll für alle beteiligten Länder unterschiedliche Reduktionszahlen fest.

Methanol (Methylalkohol, Siedepunkt 65°C) ist der vom chemischen Aufbau her einfachster  Alkohol und nicht zu verwechseln mit dem ‚Trinkalkohol‘ (Ethanol). Methanol ist giftig. Nach heutigem Stand der Technik kann Methanol aus einer ganzen Reihe von Rohstoffen hergestellt werden: aus schweren Ölrückständen, aus Erdgas, aus Braunkohle und Steinkohle, aus Holz und kohlestoffhaltigen Abfällen. Bisher wurde Methanol fast ausschließlich in der chemischen Industrie eingesetzt. Nur für Spezialzwecke, z.B. im Rennsport, wurden die guten motorischen Grundeigenschaften des Methanols genutzt (hohe Oktanzahl). In einem Gemeinschaftsprojekt ‚Alternative Energien für den Straßenverkehr‘ des Bundesministeriums für Forschung und Technologie (BMFT) und der Deutschen Wissenschaftlichen Gesellschaft für Erdöl, Erdgas und Kohle (DGMK) wurde die Verwendung von Methanol als Kraftstoff (im direkten Einsatz, M 100 und als Benzin-Methanol-Mischkraftstoff, M 15 oder M 3) untersucht und dokumentiert.

Der Nachweis der Biokraftstoffeigenschaft ist mittels einer Herstellererklärung oder – mit Zustimmung der Biokraftstoffquotenstelle – in anderer geeigneter Form, z.B. Analysezertifikate, zu führen (§4 36. BImSchV, §94 Abs. 3 EnergieStV).

Daneben sind auf Verlangen der Biokraftstoffquotenstelle Proben zu entnehmen. Diese Probe ist auf die Mindestnormparameter zu untersuchen und das Ergebnis mitzuteilen. Bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse, welche aufgrund anderer rechtlicher Bestimmungen gefordert sind, können anerkannt werden (§ 4 36. BImSchV, §94 Abs. 3 EnergieStV). Die jeweiligen Normparameter sind mit den in der DIN genannten Prüfverfahren festzustellen.

Nachweis der nachhaltigen Erzeugung

Gemäß der Verordnung über Anforderungen an eine nachhaltige Herstellung von Biokraftstoffen (Biokraft-NachV) ist der Nachweis der Erfüllung der Nachhaltigkeitsanforderungen durch

  • Nachhaltigkeitsnachweise bzw.
  • Nachhaltigkeits-Teilnachweise

zu führen.

Diese Nachweise sind der Biokraftstoffquotenstelle zusammen mit der Jahresquotenanmeldung zu übersenden.

Nachhaltigkeitsnachweise, die auf Grundlage der Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) ausgestellt wurden, werden ebenfalls anerkannt.

Kommt ein Verpflichteter seiner Quotenverpflichtung nicht nach, setzt die Biokraftstoffquotenstelle für die nach dem Energiegehalt berechnete Fehlmenge an Biokraftstoff eine Abgabe fest (§ 37c Abs. 2 S. 1 BImSchG). Diese beträgt für Dieselkraftstoff ersetzende Biokraftstoffe 19 Euro pro Gigajoule und für Ottokraftstoff ersetzende Biokraftstoffe 43 Euro pro Gigajoule (§ 37c Abs. 2 S. 2 und 3 BImSchG).

Bei Nichterfüllung der Gesamtquote beträgt die Abgabe 19 Euro pro Gigajoule. Dies gilt jedoch nicht für die Fehlmenge an Biokraftstoff, für die bereits in den Einzelquoten Diesel- und/oder Ottokraftstoff eine Abgabe festgesetzt wurde (§ 37c Abs. 2 Satz 4 BImSchG).

Die Oxidationsstabilität charakterisiert die Stabilität gegen die schädliche Einwirkung von Luftsauerstoff auf Kraftstoffe bei Transport und Lagerung. Mangelnde Oxidationsstabilität führt zur Bildung polymerer Produkte, die sich im Kraftstoffversorgungssystem und in der Einspritzpumpe ablagern können.

Pflanzenöle (pflanzliche Öle) zählen zu den Fetten und fetten Ölen, welche aus Ölpflanzen gewonnen werden und im Gegensatz zu den ätherischen Ölen Fettflecken auf Papier hinterlassen. Werden Pflanzensamen zur Ölgewinnung benutzt, werden diese als Ölsaaten bezeichnet. In den Samen kommt das Öl in Form von Lipiden vor, die dessen Zellmembran und Energiereserven darstellen. Eigentlich sollte man umfassend von Ölen und Fetten sprechen, denn der Unterschied ergibt sich nur aus der jeweiligen Konsistenz bei unterschiedlichen Temperaturen, basierend auf der Anzahl von Bindungen auf molekularer Ebene. Chemisch gesehen bestehen Öle aus Triglyceriden. Nach dem Anteil an ungesättigten Fettsäuren unterscheidet man zwischen nichttrocknenden (Bsp. Olivenöl), halbtrocknenden (Bsp. Soja- oder Rapsöl) und trocknenden Ölen (Bsp. Lein- oder Mohnöl). Der Begriff ?Trocknung? bezeichnet hierbei nicht Verdunstung, sondern das durch Oxidation und Polymerisation der ungesättigten Fettsäuren bedingte Festwerden des Öls.

Pflanzenöle werden durch das Auspressen von Pflanzen bzw. ihrer Samen gewonnen. Die Herstellung von Pflanzenölen wird im Artikel Ölmühle am Beispiel von Walnussöl beschrieben. Pflanzenöle enthalten oft einen höheren Anteil an ungesättigten Fettsäuren als tierische Fette und galten daher lange Zeit als gesünder. Allerdings wird diese These inzwischen von vielen Studien infrage gestellt (siehe auch Cholesterin).

Das Inverkehrbringen folgender Kraftstoffe löst eine Quotenpflicht aus:

  • Ottokraftstoff nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 EnergieStG.
    Hierbei handelt es sich um Benzin der Unterpositionen (UPos) 2710 1141 bis 2710 1149 der Kombinierten Nomenklatur (KN).
  • kein Flugbenzin (UPos 2710 1131 KN); § 2 Abs. 1 Nr. 2 EnergieStG oder
  • kein Flugturbinenkraftstoff (UPos 2710 1921 KN); § 2 Abs. 1 Nr. 3 EnergieStG.
  • Dieselkraftstoff nach § 2 Abs. 1 Nr. 4 EnergieStG.
    Hierunter fallen Gasöle der Unterpositionen 2710 1941 bis 2710 1949 der Kombinierten Nomenklatur.

    • keine Schiffsbetriebsstoffe, wenn steuerbefreit nach § 27 EnergieStG.
    • keine gekennzeichneten Gasöle, wenn nach §2 Abs. 3 Nr. 1 EnergieStG versteuert.

 

Ausnahmen von der Quotenpflicht

Grundsätzlich begründet das Inverkehrbringen mit Steuerentstehung nach§ 8 Abs. 1 EnergieStG die Quotenpflicht.

Ausgenommen sind bei Beachtung der weiterenBestimmungen unter anderem:

  • direkte Lieferungen an die Bundeswehr (ohne Zwischenhändler)
  • Lieferungen aufgrund völkerrechtlicher Verträge an in der Bundesrepublik Deutschland befindliche Truppen sowie Einrichtungen, die die Bundeswehr oder diese Truppen zur Erfüllung ihrer jeweiligen Aufgaben einsetzt oder einsetzen
  • Abgabe von Kraftstoff aus dem Eigentum des Erdölbevorratungsverbandes aufgrund einer Freigabe nach § 30 Abs. 1, auch in Verbindung mit Absatz 2, des Erdölbevorratungsgesetzes
  • Abgabe von Kraftstoff aus dem Eigentum des Erdölbevorratungsverbandes, wenn dieser keine Rücklieferung am Abgabeort gegenübersteht oder dafür Produkte erworben werden, die nicht der Quotenpflicht unterliegen

dieAbgabe von Ausgleichsmengen an unterversorgte Unternehmen (§ 37a Abs. 1Satz 3 bis 9 BImSchG)

In unserem Downloadbereich finden Sie den Quotenrechner des Zolls, mit welchem Sie ihre Quote für 2010 und eventuell noch benötigte Quote errechnen können.test

Quotenverpflichteter ist, wer gewerbsmäßig oder im Rahmen wirtschaftlicher Unternehmungen nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 4 des EnergieStG zu versteuerndeD iesel- und/oder Ottokraftstoffe in Verkehr bringt (§ 37a Abs. 1S. 1 BImSchG).

Dies ist insbesondere

  • der Steuerschuldner nach dem EnergieStG, der gewerbsmäßig Diesel- oder Ottokraftstoff in Verkehr bringt (§ 37a Abs. 2 S. 1 BImSchG),
  • der vom Steuerlagerinhaber benannte kaufmännische Einlagerer (§ 1 36. BImSchV), der kein Steuerschuldner im Sinne des EnergieStG ist (§ 37a Abs. 2 S. 2 BImSchG).
    Hinweis: Vordruck 1102 ist ggf. zu verwenden.

Die Quotenverpflichtung entsteht mit dem Inverkehrbringen fossiler Diesel- oder Ottokraftstoffe. Kraftstoff gilt mit dem Entstehen der Energiesteuer nach den folgenden Vorschriften als in den Verkehr gebracht:

  • § 8 Abs. 1 EnergieStG: Überführung in den freien Verkehr,
  • § 9 Abs. 1 EnergieStG: Herstellung außerhalb des Herstellungsbetriebes,
  • § 11 Abs. 6 S. 1 EnergieStG: Verkehr mit anderen Mitgliedstaaten,
  • § 14 Abs. 1 bis 3 EnergieStG: Unregelmäßigkeiten im Verkehr unter Steueraussetzung,
  • § 15 Abs. 1 oder 2 EnergieStG: Verbringen zu gewerblichen Zwecken,
  • § 19 EnergieStG: Einfuhr,
  • § 22 Abs. 1 EnergieStG: Auffangtatbestand für Energieerzeugnisse nach § 4 und
  • § 23 Abs. 1 oder 2 EnergieStG: Steuerentstehung für sonstige Energieerzeugnisse.

Europäische Chemikalienverordnung ‚Reach‘ Registration, Evaluation, and Authorization of Chemicals).

Durch die Verordnung soll die menschliche Gesundheit und die Umwelt weitgehend vor chemischen Stoffen geschützt werden. Wettbewerbsfähigkeit und Innovationen sollen durch dieVerordnung ebenfalls gefördert werden.

Die REACH-Verordnung wurde am erstmalig 30.12.2006 im Amtsblatt der EU veröffentlicht. Eine korrigierteFassung der REACH-Verordnung wurde am 29.5.2007 im Amtsblatt veröffentlicht.
Das Gesetz zum Schutz vor gefährlichen Stoffen setzt die REACH Verordnung in deutsches Recht um.

Informationen des Umweltbundesamtes  zu REACH unter:  www.reach-info.de

Rapsmethlester / RME ist ein Fettsäuremethylestern (FAME). Bei derHerstellung von RME wird ausschließlich Rapsöl mit Methanol zu Rapsmethylester umgeestert.
Reines RME oder FAME-Mischungen müssen mindestens den Anforderungen der DIN EN14214 entsprechen, damit sie als Biokraftstoff verwendet werden dürfen.

Ursprünglich wurden von den Nutzfahrzeugherstellern ausschließlich Rapsmethylester zur Betankung freigegeben. Heute ist zumeist die Verwendung von normgerechten Biodiesel(FAME) gemäß DIN EN 14214 vorgeschrieben.

Bitte Fragen Sie Ihren Nutzfahrzeughersteller, welche Biodieselqualitäten bei Ihren Fahrzeugen freigeben sind.
Die AGQM hat eine Zusammenfassung ihrer Umfrage hinsichtlich der Freigaben fürden Betrieb mit Biodiesel (B100)  unter
http://www.agqm-biodiesel.de/index.php?menu_sel=1&menu_sel2=6&menu_sel3=&menu_sel4=&msg=271
veröffentlicht.

Biodiesel ist schwefelarm, einer der wesentlichen Vorteile im Vergleich zum Mineralöldiesel.

Sicherheitsdatenblatt

Sicherheitsdatenblätter(SDB) oder Material Safety Data Sheets (MSDS) sind Sicherheitshinweise für den Umgang mit Substanzen. Sicherheitsdatenblätter liefern dem Verwender von Chemikalien wichtige Informationen zu folgenden Merkmalen: Identität desProduktes, auftretende Gefährdungen, sichere Handhabung und Maßnahmen zurPrävention sowie im Gefahrenfall.

Die aktuellen Sicherheitsdatenblätter finden Sie im Downloadbereich

Die Säurezahl ist ein Maß, wie viel organische Säuren (Fettsäuren) im Biodiesel vorhanden sind. Bei Herstellern, die raffiniertes Öl einsetzen, nicht kritisch. Bei Herstellern, die Altöle und ungereinigtes Öl einsetzen, könnte der Grenzwert kritisch sein.

Der Quotenverpflichtete hat der Biokraftstoffquotenstelle bis zum 15. April des Folgejahres – erstmals zum 15. April 2008 – die Gesamtabsatzmenge des vorangegangenen Kalenderjahres unter Aufschlüsselung der jeweils betroffenen Biokraftstoffe mitzuteilen (Jahresquotenanmeldung). Sofern Verpflichtungen auf Dritte übertragen wurden, ist eine Kopie des Vertrages mit dem Dritten vorzulegen.

Der Dritte hat, wenn er die Verpflichtung zum Inverkehrbringen von Biokraftstoffen vertraglich übernommen hat, ebenfalls bis zum 15. April des Folgejahres die entsprechenden Angaben der Biokraftstoffquotenstelle mitzuteilen (§ 6 36. BImSchV).

Die Rückzahlung einer in Anspruch genommenen Steuerentlastung nach § 50 EnergieStG ist bis zum 01. April des Folgejahres von demjenigen anzumelden, der die Steuerentlastung in Anspruch genommen hat (§ 94 Abs. 5 EnergieStV).

Die Viskosität des Kraftstoffs nimmt Einfluss auf das Förderverhalten und die Zerstäubung des Kraftstoffs an den Einspritzdüsen. Die Viskosität ist in hohem Maße temperatur- und druckabhängig. Dies ist besonders bei dem vorherrschenden hohen Drücken in modernen Einspritzsystemen zu berücksichtigen. Hohe Viskositäten führen durch das verschlechterte Fließ-, Pump- und Zerstäubungsverhalten zu Kaltstartproblemen. Zu geringe Viskositäten erschweren den Heißstart, führen zu Leistungsverlust bei hohen Temperaturen und zu Pumpenverschleiß. Es wird unterschieden zwischen dynamischer Viskosität und kinematischer Viskosität. Bei Kraftstoffen wird die kinematische Viskosität ermittelt. Die kinematische Viskosität ist der Quotient aus der dynamischen Viskosität und der Dichte der Flüssigkeit.

Aufgrund des Herstellungsprozesses enthält Biodiesel bereits geringe Mengen Wasser. Da Biodiesel hygroskopisch ist,  kann sich der Wasseranteil  bei langer und/ oder unsachgemäßer Lagerung erhöhen. Bei der Ein- oder Umlagerung von Biodiesel muss durch bauliche Maßnahmen oder Anweisungen sicher gestellt werden, dass kein Fremdwasser in den Biodiesel gelangt.

Der DIN EN 14214 Grenzwert für Wasser ist max. 500 mg/kg.

Das AGQM QM-Konzept sieht für AGQM konformen Biodiesel einen max. Wert von 300 mg/kg vor.

Die Erfüllung der Quotenpflicht kann auf einen Dritten übertragen werden (§37a Abs. 4 Satz 2 BImSchG).
Dazu ist ein schriftlicher Vertrag erforderlich, der folgende Mindestangaben enthalten muss:

  • Vertragsparteien,
  • mengenmäßige Angaben zum Umfang der vom Dritten eingegangenen Verpflichtung,
  • Verpflichtungszeitraum
  • Art des Kraftstoffs.

 

Eine Kopie des Vertrages ist von dem Dritten bis spätestens zum 15. April des Folgejahres der Biokraftstoffquotenstelle vorzulegen. Der Quotenverpflichtete muss zusammen mit der Jahresquotenanmeldung ebenfalls eine Kopie des Vertrages bei der Biokraftstoffquotenstelle einreichen.